Ernährung in der Schwangerschaft
Veränderter Nährstoffbedarf
Die Schwangerschaft - das sind 9 Monate, während denen sich vieles verändert. Ein Kind ist unterwegs und es hat bereits von Anfang an seine eigenen Bedürfnisse. Damit es im Bauch der Mutter wachsen und sich entwickeln kann, benötigt es Nährstoffe. Diese erhält es von der Mutter über die Nabelschnur. Doch nicht nur das Kind will wachsen, auch der Körper der Mutter verändert sich. Der Bauch wächst mit der Zeit immer mehr und die Brüste werden grösser. Dies sind Veränderungen, die mit fortschreitender Schwangerschaft für das Umfeld ersichtlich werden. Zu diesen Veränderungen kommen noch die versteckten, die sich im Körper abspielen. So wächst unter anderem die Gebärmutter (der Uterus) und gleichzeitig nimmt auch das mütterliche Blutvolumen zu.
Die vielen Veränderungen im Körper der werdenden Mutter führen zu einem veränderten Nährstoffbedarf während der Schwangerschaft. Besonders der Bedarf an Eiweissen (Proteinen), Vitaminen und Mineralstoffen ist gegenüber dem Bedarf nicht-schwangerer Frauen erhöht.
Gesunde Gewichtszunahmen
Während dem ersten Drittel (Trimenon) der Schwangerschaft steigt das Gewicht erst sehr leicht an. Es ist auch völlig normal, wenn sich das Gewicht während diesen ersten 3 Monaten noch nicht verändert. Danach beträgt die durchschnittliche Gewichtszunahme zirka 400 bis 500 g pro Woche. Dies ergibt eine Gewichtszunahme von ungefähr 12 kg bis zur Geburt.
Gesunde Ernährung
Warum soll eine schwangere Frau auf Ihre Ernährung achten?
Natürlich ist eine gesunde Ernährung wichtig für alle, sei es für jung oder alt, für Mann oder Frau. Es gibt jedoch Situationen im Leben, in denen die Ernährung eine besonders wichtige Rolle spielt. Eine solche Situation im Leben einer Frau ist die Schwangerschaft. Eine Fehlernährung in der Schwangerschaft hat Auswirkungen auf Mutter und Kind.
Eine ungenügende Calciumzufuhr schadet der Entwicklung des Fötus nicht, denn die Calcium-Speicher der schwangeren Frau, die Knochen, sind genügend gross. Für die Frau selber hingegen kann dieser Raubbau an den Knochen ein erster Schritt in Richtung Osteoporose sein.
Ein Beispiel für ein Nährstoffmangel, der sich direkt negativ auf den Fötus auswirkt, ist der Folsäuremangel. Ein Folsäuremangel zu Beginn der Schwangerschaft kann zu der schweren Missbildung "Spina Bifida" (offener Rücken) führen.
Aber nicht nur Mängel können sich negativ auswirken, auch ein Zuviel kann problematisch werden. Alkohol ist beispielsweise eine heikle Substanz. Es gibt keine direkte Beziehung zwischen der Dosis an konsumiertem Alkohol und der Wirkung auf den Fötus. Bereits kleine Dosen können sich stark schädigend auswirken. Aber es gibt auch Beispiele von stark trinkenden Müttern, welche nur leicht geschädigte Kinder zur Welt brachten. Deshalb ist während der Schwangerschaft zur Sicherheit gänzlich auf Alkohol zu verzichten.
Alles in allem kann gesagt werden, dass eine gesunde Ernährung ein wichtiger Faktor für die gesunde Entwicklung des Kindes im Bauch und die langfristige Gesundheit der Mutter ist.
Wie sieht eine gesunde Ernährung für eine schwangere Frau aus?
Die nachfolgenden Punkte stellen die Basis für eine gesunde Ernährung dar:
So ernähren Sie sich vor der Schwangerschaft und nach der Stillzeit gesund und ausgewogen
- Essen Sie regelmässig über den Tag verteilt. 3 Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Nachtessen) und 2 bis 3 Zwischenmahlzeiten (Znüni, Zvieri und evtl. ein Spätimbiss) sind ideal.
- Essen Sie zu jeder Hauptmahlzeit stärkehaltige Nahrungsmittel (Reis, Teigwaren, Brot, Polenta, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, ..). Sie liefern gesunde Energie und sättigen gut. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte. Sie enthalten deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als raffinierte Weissmehlprodukte.
- Essen Sie pro Tag 2 bis 3 Portionen Früchte. 1 Portion entspricht ungefähr einer "Hand voll" Obst. Früchte eignen sich sehr gut als Zwischenmahlzeiten.
- Essen Sie zu den Mittags- und evtl. Abendmahlzeiten reichlich Gemüse und/oder Salat.
- Geniessen Sie pro Tag 2 - 3 Portionen Milchprodukte. Eine Portion entspricht einem Glas Milch, einem Becher Joghurt (180 g) oder einem kleinen Stück Käse.
- Fleisch, Fisch und Ei brauchen nicht mehr als einmal täglich Bestandteil einer Hauptmahlzeit sein. 2 - 3 fleischlose Tage pro Woche sind sinnvoll. Wurstwaren eher meiden, da sie ausser Fett nicht viele Nährstoffe liefern.
- Trinken Sie pro Tag mindestens 1,5 Liter. Geeignete Getränke sind Wasser, Mineralwasser, Kräutertees. Daneben sind täglich zwei, drei Tassen koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarz- oder Grüntee absolut unproblematisch.
- Süssigkeiten und Naschereien haben auch ihre Berechtigung. Denken Sie jedoch daran, dass sie nur das "Tüpfchen auf dem i" ausmachen sollen.
Durch zusätzliche Berücksichtigung nachfolgender Punkte decken Sie auch Ihren schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf ab:
- Bedenken Sie, dass Sie nicht für zwei zu essen brauchen. Viel wichtiger ist die Qualität.
- Bauen Sie eine zusätzliche (z.B. beim Znüni oder Zvieri) stärkehaltige, nahrungsfaserreiche Komponente wie ein Stück Brot oder einige Scheiben Knäckebrot ein.
- Nehmen Sie täglich 1 - 2 zusätzliche Portionen Milchprodukte zu sich (z.B. als Zwischenmahlzeiten oder zum Dessert)
- Achten Sie darauf, dass Fleisch, Fisch oder Ei mindestens einmal täglich Bestandteil einer Hauptmahlzeit sind.
Innereien sollten während einer Schwangerschaft nicht mehr als einmal pro Monat gegessen werden. Sie sind oftmals mit Schadstoffen belastet und enthalten hohe Mengen an Vitamin A, welche sich missbildend (teratogen) auf den Fötus auswirken können. - Unkomplizierter, schneller, einfacher als oben beschrieben und garantiert ausgewogen decken Sie Ihren schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf genussvoll mit täglich einer Portion Adapta Maman ab. Mit Adapta Maman sind Sie sicher, dass Sie tagtäglich genau jene Nährstoffe erhalten, von denen Sie in der Schwangerschaft mehr benötigen. Zudem enthält Adapta Maman auch wirksame Nahrungsfasern gegen die häufig auftretende Verstopfung.
- Alkohol und Nikotin sind Substanzen, welche sich negativ auf die Entwicklung des Fötus auswirken können und deshalb während einer Schwangerschaft wenn möglich ganz gemieden werden sollten.
Allergieprävention
Kinder, die in eine Familie geboren werden, in welcher bereits atopische Allergien vorkommen, besitzen ein erhöhtes Risiko selber Atopien zu entwickeln.
Dabei stellt sich nun natürlich die Frage, ob die Mutter bereits während der Schwangerschaft Massnahmen im Bereich Ernährung ergreifen kann, um dieses Risiko allenfalls zu senken. Diese Frage muss mit "nein" beantwortet werden. Die Mutter soll sich gesund und ausgewogen ernähren. Auf keinen Fall sollen aus rein vorbeugenden Gründen ganze Nahrungsmittelgruppen (z.B. sämtliche Milchprodukte) aus der Ernährung weggelassen werden. Dies birgt mehr Risiken der Fehlernährung in sich, als dass es nützen könnte.
Übelkeit
Ungefähr ein Drittel der Frauen leiden während den ersten Wochen der Schwangerschaft unter Übelkeit. Erbrechen tritt bei etwa 10% der Frauen auf. Die Ursachen sind neben der hormonellen Umstellung, häufig auch nervöse und emotionale Einflüsse.
Die Übelkeit kann mit der Ernährung zu einem Teil positiv beeinflusst werden (siehe Tipps weiter unten). Bei Erbrechen ist es schwieriger, deshalb empfehlen wir in diesem Fall den Zuzug vom betreuenden Frauenarzt.
Tipps gegen Übelkeit:
- Noch vor dem Aufstehen (also im Bett) stärkehaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen: gut eignen sich Zwieback, Knäckebrot oder Vollkornbiscuit, allenfalls mit etwas Milch.
- Regelmässig Zwischenmahlzeiten einbauen: gut eignen sich Früchte, Milch, Joghurt, Müesli oder Getreideriegel.
Verstopfung
Ein häufiges Problem während der Schwangerschaft ist die Verstopfung. Diese kommt aus verschiedenen Gründen zustande. Die Schwangerschaftshormone führen gegen Ende der Schwangerschaft zu einer Erschlaffung der Muskeln, was sich verlangsamend auf die Darmtätigkeit auswirkt. Zudem beansprucht das wachsende Kind im Bauch immer mehr Platz und engt damit die Darmschlingen ein. Desweiteren bewegt sich eine hochschwangere Frau nur noch reduziert, was die Stuhltätigkeit ebenfalls verlangsamt. Auch die während einer Schwangerschaft häufig eingesetzten Eisenpräparate wirken stopfend. Wenn sich zu diesen Faktoren noch eine zu geringe Flüssigkeits- und Nahrungsfaserzufuhr gesellt, ist eine hartnäckige Verstopfung vorprogrammiert.
Tipps zur Vorbeugung von Verstopfung:
- Genügend trinken: mindestens 1,5 -2 Liter pro Tag
- Nahrungsfaserreich essen:
- Täglich je 2 bis 3 Portionen Früchte und Gemüse
- Vollkornprodukte den Weissmehlprodukten vorziehen
- Gerichte aus und mit Hülsenfrüchten (Linsen, Kichererbsen,...) zubereiten
Tipps bei bereits bestehender Verstopfung:
- Viel trinken: mindestens 2 Liter pro Tag
- Nahrungsfaserreich essen:
- Täglich je 2 bis 3 Portionen Früchte und Gemüse
- Vollkornprodukte anstelle Weissmehlprodukte
- Sogenannt stopfende Nahrungsmittel vorübergehend meiden: reife Bananen, roher, geraffelter Apfel, gekochte Karotten, weisser Reis, Kartoffelstock, Schokolade, Schwarztee
Sodbrennen
Sodbrennen ist ein häufiges Problem während der Schwangerschaft. Wie die Verstopfung ist Sodbrennen eine Folge der Schwangerschaftshormone und des Druckes des wachsenden Kindes auf den Magen-Darmtrakt. Da der Muskel zwischen Magen und Speiseröhre aufgrund der erschlaffenden Wirkung der Schwangerschaftshormone nicht mehr genügend stark schliesst, kann der saure Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfliessen. Dies hinterlässt einen unangenehm säuerlichen Geschmack im Mund und reizt mit der Zeit die Speiseröhrenschleimhaut, was zu Entzündungen führen kann.
Tipps bei Sodbrennen:
- Den Magen jeweils nicht zu stark füllen: die Mahlzeiten über den Tag verteilen
- Hilfreich kann sein, den Kaffeekonsum einzuschränken 2 bis 3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen
- Nach dem Essen nicht direkt hinlegen, allenfalls Kopfteil des Bettes höher stellen

